Zusammenhalt trotz bürokratischer Hürden

Syrische Kollegen im Fachkrankenhaus Bethanien Hochweitzschen – Zentrum für Psychosoziale Medizin.

 
Unser Fachkrankenhaus Bethanien Hochweitzschen – Zentrum für Psychosoziale Medizin bietet vielfältige Einstiegsmöglichkeiten, einschließlich für unsere beiden Mitarbeiter aus Syrien Mohamed Dwaye und Mohammad Aldali. Die langjährigen Freunde, die beide Assistenzarzterfahrung in der Radiologie eines syrischen Krankenhauses haben, teilen ihre Erfahrung und Herausforderungen während ihres Engagements in unserem Haus.
 

Mohammad Aldali, der eigentlich Psychiatrie studieren wollte, fand durch seine Suche nach Hospitationsmöglichkeiten den Weg zu uns. Nach einem Vorstellungsgespräch mit unserem damaligen Chefarzt konnte er als Pflegehilfskraft auf der gerontopsychiatrischen Abteilung einsteigen und unterstützt dort das Pflegepersonal. „Ich starte um 7:30 Uhr meinen Dienst. Es gibt hier viele sehr nette Patienten. Ich führe zum Beispiel die Blutdruckmessungen durch oder reiche den älteren Patienten das Essen.“ erzählte uns Mohammad.

Sein Freund Mohamed Dwaye, der vor zwei Jahren nach Deutschland kam, wurde durch Mohammads Empfehlung auf unser Fachkrankenhaus aufmerksam. Bevor er bei uns tätig wurde, hospitierte er bereits in einer Klinik für Innere Medizin in Sömmerda.

Ich möchte Menschen bei ihren emotionalen Herausforderungen unterstützen, das motiviert mich sehr.

„Wenn wir die Fachsprachprüfung bestehen, können wir als Assistenzärzte arbeiten. Die Atmosphäre und das Team hier sind super. Ich möchte hier sehr gern dauerhaft arbeiten“ erklärt Mohamed.

Pflegedirektorin Petra Hundrieser berichtet von den bürokratischen Hürden, die beide aufgrund ihrer befristeten Aufenthaltstitel erleben. Diese schränken unter anderem das Mietverhältnis ein. Beide wohnen in einer Wohngemeinschaft in Döbeln, wissen jedoch nicht, wie lange sie hier bleiben dürfen. Die Bestimmung der wöchentlichen Arbeitsstunden gestaltete sich ebenfalls herausfordernd. Auch hier legt die Ausländerbehörde fest, in welchem Umfang die beiden als Pflegehilfskräfte tätig sein dürfen. Nach einigen behördlichen Schritten können sie nun einen erweiterten Stundenrahmen nutzen. Mohamed ist nun für 20 Stunden und Mohammad für 25 Stunden pro Woche im Einsatz.

Auf der Suchtstation S2 ist Mohamed Dwaye eingesetzt, er übernimmt hier Aufgaben als Pflegehilfskraft und hospitiert bei den täglichen Aufgaben des ärztlichen Teams. „Unter den Kollegen fühlt es sich an wie eine Familie. Und die Dankbarkeit der Patienten, wenn sie zufrieden sind mit ihrem Behandlungserfolg, das macht mich sehr zufrieden und motiviert extrem.“, erzählt er uns.

In ihrer Freizeit bereiten sich beide intensiv auf die Fachsprachprüfung vor, nehmen darüber hinaus an Teamaktivitäten wie Bowling und Stadtführungen teil. Pflegedirektorin Petra Hundrieser betont die Wichtigkeit der Integration im Team. Demnächst ist ein gemeinsames Kochen eines syrischen Essens in der Tagesklinik Döbeln geplant.

Mohammad Aldali unterstreicht die Herausforderungen des Alltags, besonders die Unsicherheit bezüglich ihres Aufenthaltstitels. Er dankte während des Interviews ausdrücklich Pflegedirektorin Petra Hundrieser und den Kolleg:innen für die Unterstützung bei den organisatorischen und behördlichen Herausforderungen. „Und wenn die Bahn streikt, sind die Kollegen für uns da und holen uns von zu Hause ab“, fügt er dankend hinzu.

„Wir möchten, dass sich alle unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei uns wohlfühlen. Deshalb unterstützen wir nicht nur im direkten Arbeitsumfeld, sondern helfen auch bei privaten Herausforderungen, wo wir können.“ ergänzte Petra Hundrieser am Ende des Gesprächs.

(Das Interview wurde im Februar 2024 geführt.)

Hier arbeiten unsere Kolleg:innen in den Krankenhäusern (w/m/d)