Auf dem Weg zum Facharzt
Wir treffen Mohammad Tarek Aldroubi auf der Intensivstation der Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz.
Seit Dezember 2020 ist Mohammad Tarek Aldroubi in der Klinik für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin, Schmerztherapie und Palliativmedizin tätig und befindet sich aktuell in seinem vierten Weiterbildungsjahr auf dem Weg zum Facharzt für Anästhesiologie.
Die Facharztausbildung in Deutschland dauert in der Regel fünf bis sechs Jahre und umfasst praktische Tätigkeiten auf der Intensivstation, im OP, in der Notfallmedizin sowie theoretische Weiterbildungen, Seminare und Prüfungen. M. Tarek hat noch etwa anderthalb Jahre vor sich, bis er die Facharztprüfung ablegen kann. Er wird zur weiteren fachlichen Ausbildung auch noch an ein anderes Krankenhaus wechseln.
Ich schätze die Teamarbeit hier sehr, sowohl unter den Ärztinnen und Ärzten als auch mit den Pflegefachkräften. Alle unterstützen sich gegenseitig.
Vom Studium in Syrien nach Deutschland
Ursprünglich begann M. Tarek sein Medizinstudium in Syrien. Schon früh war ihm klar, dass er einmal nach Deutschland kommen möchte, da hier die Weiterbildungsmöglichkeiten im medizinischen Bereich deutlich breiter und strukturierter sind. „Neben den fachlichen Möglichkeiten war es auch die Sicherheit und Perspektive, die mir Deutschland geboten hat“, erzählt er. Dass er schließlich in der Anästhesie gelandet ist, beschreibt er eher als Zufall.
Teamarbeit macht den Unterschied
„Ich schätze die Teamarbeit hier sehr, sowohl unter den Ärztinnen und Ärzten als auch mit den Pflegefachkräften. Alle unterstützen sich gegenseitig.“
Gerade zu Beginn hatte er sprachliche Hürden und musste sich in ein neues System einarbeiten. „Die Kolleginnen und Kollegen hatten viel Geduld mit mir, das hat mir den Einstieg sehr erleichtert.“ Er lobt außerdem die gute Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen: „Der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen anderer Bereiche funktioniert hervorragend. Wenn ich fachliche Unterstützung brauche, gibt es immer Ansprechpartner, die ich zu Rate ziehen kann.“
Anästhesie: Sofort wirksam und greifbar
Besonders gefällt M. Tarek der Bereich Anästhesie, weil man hier unmittelbar den Erfolg der eigenen Arbeit sehen kann: „Wenn ich eine Narkose einleite, schläft der Patient, die OP kann durchgeführt werden, und am Ende wacht er schmerzfrei oder mit deutlich weniger Beschwerden auf. Das ist etwas anderes als in Bereichen, in denen Therapien erst längerfristig wirken müssen.“
Ein Tag auf der Intensivstation
Sein Arbeitstag beginnt mit der morgendlichen Besprechung und der Übergabe des vorherigen Diensts: Ziele für die Patientinnen und Patienten, Therapien und besondere Hinweise. Danach übernimmt er die Patienten, für die er an diesem Tag verantwortlich ist.
Je nach Bedarf ist M. Tarek zusätzlich im OP-Saal tätig, leitet Narkosen ein und aus und betreut die Patientinnen und Patienten während der Operation. Auch Einsätze auf der Überwachungsstation oder in Sprechstunden gehören zu seinen Aufgaben. „Während der Facharztausbildung ist es normal, verschiedene Bereiche zu durchlaufen, zum Beispiel ein Jahr auf der Intensivstation, um alle relevanten Kompetenzen zu erlernen.“
Seine Wünsche zum Dienstplan kann er jederzeit äußern, Anpassungen werden flexibel umgesetzt. Neben der anspruchsvollen Arbeit verbringt er gerne Zeit mit seiner Familie und nutzt die Momente außerhalb des Krankenhauses, um Energie zu tanken und neue Kraft zu schöpfen.
(Das Interview wurde im März 2026 geführt.)