Leonie während ihres Freiwilligendienstes

Wir treffen die selbstbewusste 19-jährige Leonie während ihres letzten Tages ihres Freiwilligendienstes auf Station S2, einer Suchtstation. Nachdem sie gerade das Mittagessen für die Patient:innen ausgegeben hat, teilt sie ihre Eindrücke und Erlebnisse als Bundesfreiwillige im Fachkrankenhaus Bethanien Hochweitzschen – Zentrum für Psychosoziale Medizin mit uns.

„Mein Weg zum Fachkrankenhaus begann während meiner Realschulzeit, als ich das Fachkrankenhaus Bethanien Hochweitzschen – Zentrum für Psychosoziale Medizin bei einem Elternabend kennenlernen durfte. Seit diesem Moment hegte ich den Wunsch, hier einmal ein Praktikum machen zu können. Nach meinem Abschluss an der Realschule erwarb ich die Fachhochschulreife am Beruflichen Schulzentrum Döbeln. Bedauerlicherweise war es mir während dieser Zeit nicht möglich, ein Praktikum im Fachkrankenhaus zu absolvieren. Dies resultierte aus der Notwendigkeit, den Patient:innen Kontinuität und Stabilität zu bieten, was durch häufige Wechsel zwischen meiner Anwesenheit und meiner Schulzeit nicht begünstigt wurden wäre. Aus diesem Grund entschied ich mich für einen Freiwilligendienst, um die Zeit nach dem Fachabitur bis März zu überbrücken, wenn mein Studium der Sozialen Arbeit an der Hochschule Mittweida beginnt.
 
Meine Haupttätigkeit liegt auf der Suchtstation S2, hier beginnt mein Dienst täglich um 7:00 Uhr. Von der Unterstützung bei Neuzugängen und Entlassungen bis zur Übernahme leichter hauswirtschaftlicher Aufgaben und der Essensausgabe – ich kann vielseitig im Krankenhausalltag unterstützen. Zu meinen Aufgaben gehört auch die Begleitung bei Therapien und zum Kegeln. Dabei konnte ich mich selbst auch schon bei Hirnleistungstrainings testen und die Ohrakupunktur ausprobieren.
 
Besonders prägend war für mich der Einblick in die Veränderungen im Wesen von Menschen unter Alkoholeinfluss. Von weinerlich, bösartig, bis schüchtern im nüchternen Zustand – diese Erfahrungen haben meinen Blick auf das Thema Alkohol nachhaltig verändert.

Die Vielfalt sozialer Arbeit hat schon immer mein Interesse geweckt.

Gern komme ich während meines Studiums wieder hier ins Fachkrankenhaus Bethanien Hochweitzschen – Zentrum für Psychosoziale Medizin zurück. Zusätzlich strebe ich an, ein Praktikum im Bereich des Strafvollzugs zu absolvieren.
 
Während meines Freiwilligendienstes wurde ich schrittweise in die Aufgaben und den Ablauf auf Station eingeführt. Mir wurde alles erklärt, und ich wurde gut ins Team integriert, wobei ich immer eine direkte Ansprechpartnerin hatte. Dank dieser Unterstützung konnte ich mich schnell zurechtfinden und aktiv im Team mitarbeiten.
 
Mit meinem anstehenden Studium der Sozialen Arbeit an der Hochschule Mittweida hoffe ich auf vielfältige Berufseinstiegsmöglichkeiten und die Freiheit, berufliche Positionen und Aufgabengebiete wechseln zu können, um noch mehr Erfahrungen zu sammeln.“

Pflegedirektorin Petra Hundrieser resümiert über Leonie, dass ihr Engagement und ihre offene Einstellung sie zu einer Bereicherung für das Fachkrankenhaus Bethanien Hochweitzschen gemacht haben.
 
(Das Interview wurde im Februar 2024 geführt.)