Anästhesie zwischen Verantwortung und Weiterentwicklung

Zwischen zwei Systemen und mit ganzem Herzen dabei:
Khrystyna Zhyvitska in der Anästhesie der Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz.

Wir treffen Khrystyna Zhyvitska im OP-Bereich, kurz bevor sie eine Patientin zur Narkoseeinleitung vorbereitet. Die Patientin ist angespannt, eine Situation, die Khrystyna gut kennt. Mit ruhiger Stimme, einem Lächeln und viel Empathie gelingt es ihr schnell, Vertrauen aufzubauen.

„Viele Patienten haben nicht Angst vor der Operation selbst, sondern vor der Narkose. Deshalb ist es wichtig, dass wir ihnen Sicherheit geben und zeigen: Wir sind da und haben alles im Blick.“ Seit über einem Jahr arbeitet Khrystyna Zhyvitska als Assistenzärztin in der Klinik für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin, Schmerztherapie und Palliativmedizin. Insgesamt lebt sie seit vier Jahren in Deutschland.

Ich liebe meine Arbeit. Es macht Spaß, mit Menschen zu arbeiten und Teil dieses Teams zu sein. Und die Anästhesie macht Operationen überhaupt erst möglich. Das fasziniert mich jeden Tag aufs Neue.

Der Weg nach Deutschland

Ursprünglich kommt sie aus der Ukraine, wo sie bereits als Fachärztin für Anästhesie tätig war. Die Weiterbildung dort dauerte zwei Jahre und wurde von ihr erfolgreich abgeschlossen.

Um in Deutschland als Ärztin arbeiten zu können, ist jedoch die Approbation erforderlich, die staatliche Zulassung zur eigenverantwortlichen ärztlichen Tätigkeit. Bis diese erteilt wird, arbeiten viele internationale Ärztinnen und Ärzte zunächst mit einer befristeten Berufserlaubnis, die an bestimmte Voraussetzungen gebunden ist.

Auch Khrystyna Zhyvitska befindet sich aktuell in diesem Prozess. Sie besitzt eine zweijährige Berufserlaubnis und wartet auf die sogenannte Kenntnisprüfung. In dieser Prüfung wird überprüft, ob die medizinischen Kenntnisse dem deutschen Ausbildungsstand entsprechen. Nach bestandener Prüfung kann die Approbation erteilt werden.

Erst danach beginnt für sie die reguläre Facharztweiterbildung, die im Bereich Anästhesiologie in der Regel fünf Jahre dauert. „Der Weg ist anspruchsvoll, aber ich möchte hier weiterlernen und mich entwickeln.“

Warum Chemnitz?

Bevor sie sich für die Zeisigwaldkliniken entschied, absolvierte Khrystyna Hospitationen in zwei Krankenhäusern. Die Entscheidung fiel bewusst: „Es hat mir hier wirklich gefallen, das Team, das Engagement der Mitarbeitenden, die Organisation und auch die Ausstattung.“

Heute fühlt sie sich angekommen sowohl im Team als auch in der Stadt. Sie wohnt ganz in der Nähe unseres Krankenhauses und schätzt die kurzen Wege und das Umfeld.

Teamarbeit und Unterstützung

Besonders hebt sie die Zusammenarbeit hervor: „Ich schätze die Hilfsbereitschaft hier wirklich sehr. Alle sind extrem hilfsbereit, nehmen sich Zeit und beantworten Fragen in Ruhe.“ Gerade in einem neuen Land und Gesundheitssystem ist diese Unterstützung entscheidend. Ihr Arbeitsalltag ist abwechslungsreich: Im Regeldienst arbeitet sie von 7:15 bis 15:33 Uhr, dazu kommen Spät- und Bereitschaftsdienste. Je nach Einsatz ist sie im OP, begleitet Patientinnen und Patienten vor und während der Operation oder ist in anderen Bereichen der Klinik tätig.

Was sie an der Anästhesie besonders begeistert, ist die Vielseitigkeit: „Jeder Patient ist anders. Viele haben Vorerkrankungen, und man muss alles genau abstimmen. Das macht die Arbeit immer spannend.“

Khrystyna Zhyvitska im Gespräch mit einer Patientin nach erfolgreicher OP.

Mit Herz und Persönlichkeit

Im Gespräch mit Patientinnen und Patienten zeigt sich schnell ihre offene Art. Sie erzählt, wie sie Deutsch gelernt hat und wie sie nach Deutschland kam, ursprünglich nur für einen Aufenthalt.

„Ich spreche viel“, sagt sie lachend. „Ich bin neugierig und wollte immer verstehen, was die Menschen hier sagen.“ Diese Offenheit hilft ihr auch im Berufsalltag, im Kontakt mit Patientinnen und Patienten ebenso wie im Team.

Für Khrystyna Zhyvitska ist klar, warum sie diesen Weg geht: „Ich liebe meine Arbeit. Es macht Spaß, mit Menschen zu arbeiten und Teil dieses Teams zu sein. Und die Anästhesie macht Operationen überhaupt erst möglich. Das fasziniert mich jeden Tag aufs Neue.“

(Das Interview wurde im März 2026 geführt.)

Hier arbeiten unsere Ärztinnen und Ärzte (w/m/d)