Vom Pflegepool ins Casemanagement
Nach ihrer Frühschicht treffen wir Juliane im Ev. Diakonissenkrankenhaus Leipzig und sprechen mit ihr über ihre Erfahrungen als Pflegefachkraft im Pflegepool.
Julianes Weg in die Pflege begann bereits nach ihrem Abitur, als sie ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in einem Pflegeheim absolvierte. „Ich denke, es hat mir wirklich gut gefallen, sonst wäre ich wohl nicht so lange in der Pflege geblieben“, schmunzelt Juliane, als wir sie nach den Gründen für ihre Berufswahl fragen.
1998 startete sie ihre Ausbildung zur Krankenschwester in Halle, wo sie auch ihren Mann kennenlernte, der ebenfalls in der Pflege lernte. 2002 zog das Paar nach Ulm, um am Universitätsklinikum zu arbeiten. 2010 kehrten sie wegen der Familie nach Leipzig zurück – inzwischen waren zwei Kinder geboren. Beide fanden ihren Platz an unserem Diako, wo Juliane viele Jahre auf der Station für Unfallchirurgie und Orthopädie arbeitete.
Rückblickend war es die beste Entscheidung, in den Pflegepool zu wechseln.
Nach ihrer dritten Elternzeit entschied sich Juliane für einen Wechsel in den Pflegepool – eine Entscheidung, die für sie genau richtig war. Denn Juliane fühlte sich damals von der Pflegearbeit übersättigt und stand kurz davor, ihren Beruf aufzugeben. Der Pflegepool bot ihr jedoch eine neue Perspektive: „Es war schon eine sehr belastende Phase, ich dachte wirklich, ich müsse die Pflege verlassen, weil ich so unzufrieden war.“
Ein großer Vorteil des Pflegepools war für Juliane die flexible Dienstplanung. „Ich konnte meine Arbeitszeiten an den Dienstplan meines Mannes anpassen, was perfekt für uns war. Außerdem gibt es im Pflegepool eine bessere Bezahlung, und die Urlaubsplanung ist einfacher, da ich mich nicht mit einem festen Team absprechen musste.“
Allerdings erfordert die Arbeit im Pflegepool eine hohe Flexibilität, da Juliane jeden Tag auf einer anderen Station eingesetzt werden konnte. „Man muss offen dafür sein, in wechselnden Teams zu arbeiten und sich schnell auf neue Stationen einzustellen“, erklärt sie. Für Juliane war das kein Problem – als langjährige Mitarbeiterin kennt sie das Krankenhaus gut und hatte keine Schwierigkeiten, sich in die verschiedenen Stationsabläufe einzuarbeiten. „Wenn ich mal etwas nicht wusste, konnte ich immer bei den Kolleginnen und Kollegen nachfragen.“
Ein zusätzlicher Vorteil des Pflegepools für Juliane war die Möglichkeit, mit herausfordernden Situationen gelassener umzugehen. „An stressigen Tagen war es beruhigend zu wissen, dass ich am nächsten Tag auf einer anderen Station arbeite, was den Druck deutlich reduziert hat.“
Für Berufsanfänger:innen würde sie den Pflegepool jedoch nicht empfehlen: „Meine langjährige Erfahrung und Routine haben mir sehr geholfen. Es braucht ein gewisses Selbstbewusstsein, um in so einem flexiblen System zu arbeiten. Man muss bereit sein, Neues auszuprobieren und sich bei Unsicherheiten Unterstützung zu holen.“
Es ist ein toller Arbeitsplatz.
Für Juliane war der Pflegepool eine willkommene Abwechslung und eine gute Möglichkeit, sich in einem gut überschaubaren Krankenhaus wie dem Diako flexibel zu bewegen. „Es ist ein toller Arbeitsplatz. Man sollte aber offen für wechselnde Einsatzorte sein und es als Vorteil sehen, nicht in einem festen Team zu arbeiten.“
Diesen Monat hat Juliane eine neue Herausforderung angenommen: Sie ist nun im Casemanagement tätig. „Im Moment befinde ich mich noch in der Einarbeitungsphase, und es wird noch einiges umstrukturiert. Im Grunde bin ich jetzt mit einem Team dafür zuständig, den gesamten Prozess des Patientenaufenthalts zu betreuen – von der Aufnahme bis zur Entlassung und Nachsorge.“
In ihrer Freizeit steht für Juliane die Familie im Mittelpunkt. Sie genießt die Zeit im Garten, geht mit dem Hund spazieren, liest gerne und treibt Sport. Auch das Reisen reizt sie sehr, was sie in Zukunft häufiger umsetzen möchte. Wir wünschen Juliane viel Erfolg in ihrer neuen Position im Casemanagement und hoffen, dass sie auch die Gelegenheit findet, ihr Fernweh zu stillen und ihre Reiseträume bald in die Tat umzusetzen.
(Das Interview wurde im September 2024 geführt.)