Pflege flexibel gestalten
Hannah arbeitet als Pflegefachkraft im FlexiPool und studiert nebenbei Medizin.
Wenn Hannah Kramer ihren Dienst in den Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz beginnt, weiß sie manchmal erst kurz vorher, auf welcher Station sie heute eingesetzt wird. Für viele wäre das eine Herausforderung. Für sie ist es genau das, was ihren Beruf als Pflegefachkraft im FlexiPool so spannend macht.
Im Interview haben wir Hannah als eine junge, engagierte und ambitionierte Frau kennengelernt, die mit großer Leidenschaft für die Pflege arbeitet und die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit viel Verantwortungsbewusstsein übernimmt.
Ich schreibe meinen Dienstplan komplett selbst und stimme ihn mit meinem Studium ab.
Flexibel, engagiert, mitten im Geschehen
Wir treffen die 26-Jährige kurz vor Schichtbeginn auf der IMC-Überwachungsstation. Ruhig und konzentriert stimmt sie sich mit dem Team ab: Wo wird heute Unterstützung gebraucht? Welche Aufgaben stehen an? Schon nach wenigen Minuten ist klar – Hannah ist es gewohnt, sich schnell auf neue Situationen einzustellen.
Neben ihrer Arbeit im Krankenhaus studiert sie Humanmedizin im Modellstudiengang MEDiC in Chemnitz. Dass sich beides gut miteinander verbinden lässt, verdankt sie vor allem dem besonderen Arbeitsmodell des FlexiPools der Zeisigwaldkliniken.
Vom Ausbildungsabschluss in den Pflegepool
Hannah begann 2020 ihr letztes Ausbildungsjahr zur Pflegefachkraft in den Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz und schloss ihre Ausbildung 2021 erfolgreich ab. Schon während der Ausbildung merkte sie, dass sie sich einen abwechslungsreichen Berufsalltag wünscht.
„Ich konnte mir nie richtig vorstellen, dauerhaft nur auf einer Station zu arbeiten“, erzählt sie. „Mich hat immer interessiert, wie unterschiedlich die Abläufe und Anforderungen in den verschiedenen Bereichen sind.“
Deshalb entschied sie sich nach der Ausbildung bewusst für den damaligen Pflegepool. Zunächst unterstützte sie flexibel verschiedene Normalstationen. Später sammelte sie auch Erfahrungen in Funktionsbereichen, der Notaufnahme, der Intensivtherapiestation und der IMC-Überwachungsstation.
Seit der Einführung des neuen FlexiPools unterstützt sie weiterhin die Notaufnahme, die Intensivtherapiestation und die IMC-Überwachungsstation – ganz bewusst, denn genau in diesen Bereichen möchte sie auch künftig eingesetzt werden.
Arbeiten im FlexiPool: Abwechslung statt Routine
Der Arbeitsalltag im FlexiPool unterscheidet sich deutlich vom klassischen Stationsdienst. Pflegefachkräfte werden dort eingesetzt, wo gerade Unterstützung benötigt wird. Für Hannah bedeutet das: Jeder Dienst ist ein bisschen anders.
„Die Strukturen und Abläufe sind zwischen den Stationen extrem unterschiedlich“, sagt sie. „Genau das gefällt mir.“
Ein typischer Arbeitstag beginnt mit der Übergabe im jeweiligen Team. Danach übernimmt sie die Aufgaben, die gerade anstehen, beispielsweise in der Notaufnahme mit hohem Patientendurchlauf oder auf der IMC-Station mit intensiver Betreuung einzelner Patientinnen und Patienten.
Gerade dieser Wechsel zwischen dynamischen und etwas ruhigeren Bereichen macht für sie den Reiz aus. „Wenn ich ein paar Tage in der Notaufnahme war, ist es auch mal schön, wieder auf der IMC zu sein und sich intensiver um einzelne Patienten kümmern zu können.“
Strukturierte Einarbeitung in mehrere Fachbereiche
Damit Pflegekräfte im FlexiPool sicher arbeiten können, ist eine strukturierte Einarbeitung in den verschiedenen Bereichen besonders wichtig. Heute werden neue Mitarbeitende über mehrere Monate gezielt auf ihre Einsätze vorbereitet und lernen die Abläufe auf den Stationen Schritt für Schritt kennen.
Hannah selbst kannte einige Bereiche bereits aus ihrer Ausbildung. Ihre praktische Prüfung absolvierte sie beispielsweise auf der Intensivtherapiestation. Dadurch war ihr der Einstieg dort vertraut.
In der Notaufnahme wiederum gilt ein anderes Prinzip. „Da muss man einfach mitlaufen und Erfahrungen sammeln“, sagt sie. „Jeder Tag ist dort anders.“
Der größte Vorteil: Flexible Dienstplanung im FlexiPool
Ein zentraler Vorteil des FlexiPools ist für Hannah die hohe Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung. Pflegekräfte im FlexiPool können ihren Dienstplan weitgehend selbst gestalten. Das ermöglicht eine besonders gute Vereinbarkeit von Beruf, Studium oder Freizeit.
Für Hannah ist genau das entscheidend, denn sie studiert parallel Medizin in Chemnitz. „Ich schreibe meinen Dienstplan komplett selbst und stimme ihn mit meinem Studium ab“, erklärt sie. „So kann ich meine Dienste gut um Vorlesungen und Prüfungen herum planen.“
In der Vorlesungszeit arbeitet sie etwas weniger, in der vorlesungsfreien Zeit übernimmt sie dafür mehr Dienste. „So hatte ich kürzlich erst eine Prüfung und danach bin ich in den Spätdienst gegangen.“
Teil von drei Teams
Ein weiterer Vorteil des FlexiPools ist für Hannah die Zusammenarbeit mit mehreren Teams im Krankenhaus, denn mit der Zeit ist sie auf allen drei Stationen fest etabliert.
„Ich bin nicht nur Teil eines Teams. Eigentlich habe ich drei Teams“, sagt sie lächelnd. Jede Station hat ihre eigenen Abläufe, Dynamiken und Schwerpunkte. Gerade diese Vielfalt schätzt sie besonders.
Flexible Arbeitszeit
Auch ihren Stundenumfang hat Hannah in den letzten Jahren mehrfach angepasst. Nach der Ausbildung arbeitete sie zunächst in Vollzeit, später reduzierte sie ihre Stunden schrittweise. Als sie ihren Studienplatz für Medizin erhielt, wechselte sie zunächst auf Minijob-Basis, um genügend Zeit für den Studienstart zu haben.
Doch das hielt nicht lange. „Nur zwei Dienste im Monat wären mir viel zu wenig gewesen“, erzählt sie. „Ich mag den Job einfach zu sehr.“
Heute arbeitet sie rund 15 Stunden pro Woche im FlexiPool. Eine Arbeitszeit, die sich gut mit ihrem Studium vereinbaren lässt.
Ausgleich zum Krankenhausalltag
Wenn Hannah gerade nicht im Krankenhaus oder in der Universität ist, nutzt sie ihre Freizeit gern aktiv. Sie treibt regelmäßig Sport, ist viel draußen unterwegs, besucht Konzerte oder unternimmt Städtereisen. Außerdem fährt sie regelmäßig nach Berlin, wo ihre Familie lebt. Dieser Ausgleich hilft ihr, nach intensiven Arbeitstagen wieder Energie zu sammeln.
Pflege und Medizin: zwei Perspektiven, die sich ergänzen
Für Hannah ist die Arbeit als Pflegefachkraft im FlexiPool eine wertvolle Ergänzung zu ihrem Medizinstudium. „Ich lerne unglaublich viel, sowohl im Studium als auch hier im Krankenhausalltag.“
Die Erfahrungen aus der Pflege helfen ihr, medizinische Zusammenhänge noch besser zu verstehen. Gleichzeitig bringt sie ihr theoretisches Wissen aus der Universität wieder in die Praxis ein. Genau diese Kombination macht ihren Berufsalltag für sie so spannend.
(Das Interview wurde im März 2026 geführt.)