„Das Krankenhaus muss laufen – das ist unsere Mission.“

Als wir Dirk Reichel, einen unserer Anlagentechniker, am Morgen in der Technik treffen, hat sein Arbeitstag bereits begonnen. Auf seinem Bildschirm sind bereits die ersten Aufträge und Störmeldungen im Auftragsprogramm NOVA eingegangen. Anschließend wirft er einen Blick in die Gebäudeleittechnik. Hier sieht er auf einen Blick, ob alle technischen Anlagen im Krankenhaus ordnungsgemäß funktionieren oder irgendwo Handlungsbedarf besteht. Schon jetzt ist klar: Der Tag wird anders verlaufen als geplant.

Kein Tag wie der andere

„Ich finde es herausfordernd. Man weiß nie, was einen erwartet. Der Arbeitsalltag ist sehr abwechslungsreich.“

Gemeinsam mit seinen beiden Kollegen sorgt Dirk dafür, dass die technische Infrastruktur der Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz zuverlässig funktioniert. Vieles davon bleibt für Patientinnen und Patienten unsichtbar und genau das ist das Ziel. Denn nur wenn die technischen Anlagen zuverlässig arbeiten, kann der Krankenhausbetrieb reibungslos funktionieren.

Anders als auf Baustellen früher begleitet Dirk hier viele Anlagen über Jahre hinweg. Er kennt das Krankenhaus bis in den letzten Technikraum und weiß genau, welche Bereiche besonders sensibel sind. Fällt im Krankenhaus eine Anlage aus, geht es nicht nur um Technik sondern darum, dass medizinische und pflegerische Patientenversorgung ohne Einschränkungen fortgesetzt werden kann. Gerade diese Verantwortung macht den Beruf für ihn besonders.

„Wir sagen alle im Team: Das Krankenhaus muss laufen. Das ist unsere Mission.“

Mehr als Heizung und Lüftung

Wer bei einem Anlagentechniker nur an Heizungen denkt, unterschätzt Dirks Arbeitsalltag deutlich. Gemeinsam mit seinen Kollegen betreut er die unterschiedlichsten gebäudetechnischen Anlagen des Krankenhauses. Dazu gehören unter anderem Heizungs- und Lüftungsanlagen, Fernwärme, Kälteanlagen für die Operationsbereiche, Sanitär- und Druckluftanlagen, die zentrale Versorgung mit medizinischen Gasen sowie die Rohrpostanlage.

Ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit ist außerdem die Gebäudeleittechnik (GLT). Über dieses zentrale Leitsystem werden die technischen Anlagen des Krankenhauses rund um die Uhr überwacht. Hier laufen Störmeldungen und Alarme aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen: von Lüftung und Heizung über Aufzüge und Sanitäranlagen bis hin zu Brandschutzklappen oder der Versorgung mit medizinischen Gasen. So erkennt Dirk häufig schon am Bildschirm, wo eine Störung aufgetreten ist, bevor er sich auf den Weg macht.

„Es gibt nichts, was es nicht gibt. Manche Fehler kann man sich vorher gar nicht ausdenken.“

Handwerk von Grund auf gelernt

Dirk stammt ursprünglich aus Oederan. Nach seinem Schulabschluss im Jahr 1991 entschied er sich für eine Ausbildung zum Zentralheizungs- und Lüftungsbauer. Während der dreieinhalbjährigen Ausbildung lernte er, Heizungs- und Lüftungsanlagen zu installieren, Rohrleitungen zu montieren, technische Zeichnungen zu lesen sowie komplexe Versorgungssysteme zu warten und instand zu setzen. Dieses handwerkliche Fundament prägt seine Arbeit bis heute.

Die Nachwendezeit erlebte Dirk trotz zweier Firmeninsolvenzen als Zeit voller Chancen. „Zur richtigen Zeit konnten wir durchstarten.“

Immer wieder fand er nahtlos eine neue Arbeitsstelle und sammelte wertvolle Erfahrungen zunächst in der Region, später auf Montage in ganz Deutschland.

Schließlich führte ihn sein Berufsweg für zehn Jahre in den Schwarzwald. Beruflich war diese Zeit spannend und lehrreich. Mit der Familie wuchs jedoch der Wunsch, wieder in die Heimat zurückzukehren. „Die Wurzeln sind eben hier.“

Am schönsten ist es, wenn man am Ende des Tages sagen kann: Heute haben wir wieder etwas geschafft.

Zurück in die Heimat

2013 bot sich die Gelegenheit, als Haustechniker in unseren Zeisigwaldkliniken Bethanien Chemnitz zu beginnen. „Ich hatte das Glück, hier sehr gut aufgenommen zu werden.“
Sein Vorarbeiter Herr Förster arbeitete ihn intensiv ein. Vieles war zunächst neu. Gleichzeitig brachte Dirk einen großen Erfahrungsschatz aus unterschiedlichsten Bauprojekten und Montageeinsätzen mit. Schnell auf neue Situationen zu reagieren und pragmatische Lösungen zu finden, gehört für ihn zum Berufsalltag.

Besonders gern erinnert er sich an größere Projekte, die das Technikteam gemeinsam hier umgesetzt hat. Beim Bau der Rohrpostanlage übernahmen die Kollegen viele Arbeiten selbst und führten unter anderem sämtliche Kernbohrungen in Eigenleistung aus. „Das war damals ein richtig schönes Projekt.“

Störungen kennen keinen Terminplan

Nach dem ersten Blick in NOVA strukturiert Dirk seinen Tag. Viele Aufgaben lassen sich im Voraus allerdings nicht planen. „Dann takte ich mir die Aufgaben nach Priorität und Dringlichkeit ein.“

Mal muss eine CO₂-Flasche am Wasserspender gewechselt werden. Dann funktioniert ein Geschirrspüler nicht richtig, eine Tür am Personalkühlschrank schließt nicht mehr oder ein Patientenbad ist ohne Licht. Hinzu kommen defekte Nachtschränke, verstopfte Duschen oder Probleme an einer Schieberspüle.
Gerade die Mischung macht den Beruf aus. Manche Arbeiten dauern nur wenige Minuten, andere beschäftigen das Team mehrere Stunden.

So erreichte Dirk am Morgen des Interviews ein Anruf eines Gärtnerkollegen: Aus einer Schieberspüle auf einer Station trat plötzlich weiße Flüssigkeit aus. Schnell war klar, dass ein Schlauch einer Pumpe beschädigt war. „Da wusste ich ungefähr, was passiert sein musste.“
Bis die Anlage wieder funktionierte und alles gereinigt war, vergingen rund zweieinhalb Stunden.

„Für die Pflege ist das ein wichtiges Arbeitsgerät. Das muss einfach wieder funktionieren.“

Wenn die Technik Alarm schlägt

Die Gebäudeleittechnik (GLT) überwacht zahlreiche technische Anlagen des Krankenhauses rund um die Uhr. Treten Störungen oder Unregelmäßigkeiten auf, werden sie automatisch im System erfasst und angezeigt bzw. eingetragen.
Auch die Kolleginnen und Kollegen am Infopoint können auf die Gebäudeleittechnik zugreifen und geben häufig schon sehr genaue Hinweise weiter.

Selbst während der Rufbereitschaft erhält Dirk wichtige Meldungen. Manche Probleme lassen sich aus der Ferne prüfen, meistens muss er jedoch ins Krankenhaus fahren.

„Manchmal ist eine Woche gar nichts. Dann fragt man sich schon, ob das Krankenhaus überhaupt noch steht“, erzählt er lachend. „Und dann klingelt das Telefon dreimal in einer Nacht.“

Je verrückter der Fehler, desto spannender

Genau diese Fehlersuche macht Dirk besonders viel Spaß. „Je verrückter der Fehler, umso schöner.“

Nach über dreißig Berufsjahren hat er vieles erlebt. Einmal löste eine kleine Fliege einen Feueralarm aus. Ein anderes Mal war eine Toilette durch das Gebiss eines Patienten verstopft. Oder ein Scherkopf von einem Rasierapparat fiel beim Rasieren aus dem geöffneten Fenster auf ein Vordach und musste mit viel Geschick wieder für den Patienten geborgen werden.

„Es gibt wirklich nichts, was es nicht gibt.“

Handwerker mit Leib und Seele

Neben der praktischen Arbeit gehört heute auch viel Dokumentation dazu. Jeder Auftrag wird im System NOVA erfasst, bearbeitet und anschließend dokumentiert.
„Wir sind mit Leib und Seele Handwerker“, sagt Dirk und lacht. „Die Dokumentation in den verschiedenen Programmen gehört aber heute einfach mit dazu.“
Viel lieber stehen er und seine Kollegen jedoch in der Praxis, suchen Fehler und finden Lösungen.

„Am schönsten ist es, wenn man am Ende des Tages sagen kann: Heute haben wir wieder etwas geschafft.“

Eine richtig gute Truppe

Für Dirk ist eines besonders wichtig: das Team. Er arbeitet gemeinsam mit zwei weiteren Anlagentechnikern im Team der Technik. Zum Bereich gehören außerdem Elektriker, Schlosser, Maurer, Gärtner und die technische Leitung.

„Wir sind eine richtig gute Truppe. Wir können uns alle aufeinander verlassen.“

Gerade bei größeren Projekten zeigt sich, wie wichtig diese Zusammenarbeit ist. „Während die Anlagentechniker einen Rohrbruch beheben, verschließt der Maurer anschließend die Wand wieder, diesen Fall hatten wir erst. Jeder bringt seine Stärken ein.“

Auch außerhalb der Arbeit wird Gemeinschaft gelebt. Beim Sommerfest trifft man Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bereichen wieder, im vergangenen Jahr stand sogar eine gemeinsame Schlauchboottour auf der Mulde auf dem Programm. „Das hat richtig Spaß gemacht.“

Nach Feierabend gehören Familie sowie Haus und Garten zu Dirks wichtigsten Ausgleichsmöglichkeiten. Außerdem fährt er gern Motorrad und steht im Winter am liebsten auf Skiern. Auch den Fitnessraum im Krankenhaus nutzt er regelmäßig.

Seit einigen Jahren engagiert er sich zudem in der Mitarbeitervertretung (MAV). Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen ist ihm wichtig, genauso wie das gute Miteinander im Team.

Und morgen?

Morgen wartet vermutlich wieder eine ganz andere Herausforderung auf Dirk. Vielleicht meldet die Gebäudeleittechnik eine Störung, vielleicht muss eine Rohrleitung repariert oder eine neue Anlage in Betrieb genommen werden. Sicher ist nur eines: Langweilig wird es nicht.

Genau diese Mischung aus Technik, Verantwortung und Teamarbeit macht seinen Beruf seit vielen Jahren aus.

Dirks Arbeitsalltag zeigt eindrucksvoll, wie vielseitig die Aufgaben eines Anlagentechnikers im Krankenhaus sind und wie wichtig engagierte Teams im Hintergrund für einen reibungslosen Klinikbetrieb sind.

Denn am Ende gilt für Dirk und seine Kollegen jeden Tag derselbe Leitsatz: „Das Krankenhaus muss laufen – das ist unsere Mission.“

 

(Das Interview wurde im Juni 2026 durchgeführt.)

Hier arbeiten unsere Kolleg:innen in der Technik (w/m/d)